Kai Kottenstede kandidiert nach 2021 zum zweiten Mal für den Abgeordnetenhaus-Wahlkreis Frohnau, Hermsdorf und Freie Scholle. Für die SPD-Zeitung „Frohnauer Stimme“ wurde er anlässlich seiner Kandidatur interviewt.
Stell dir vor, du musst dich deinen Schwiegereltern vorstellen: warum sollten sie dich mögen?
Halten wir erstmal fest: sie mögen mich! Warum, kann ich nur spekulieren. Mein Anspruch ist jedenfalls, Menschen offen zu begegnen, sie ernst zu nehmen, zuzuhören. Ich finde gleichzeitig wichtig, mich nicht zu verstellen, zu sagen, was ich denke. Wenn man miteinander respektvoll umgeht, kann man sehr offen miteinander sein. Eine der schönsten Aussagen über jemanden ist: „Ich schätze diese Person“.
Du bist gebürtig aus NRW – was hat dich nach Berlin gezogen, was hat dich hier am meisten beeindruckt?
Ich wollte raus aus der Peripherie, hinein in das politische Zentrum. Eine meiner besten Entscheidungen. Ich habe in fünf sehr unterschiedlichen Städten im In- und Ausland gelebt und Berlin gefällt mir am meisten. Ich verliebe mich jeden Sommer neu in diese Stadt.
Alle Westdeutschen ziehen nach Mitte oder Friedrichshain – warum lebst du in Frohnau?
Auch ich bin zuerst in Kreuzberg gelandet und habe es geliebt. Nach ein paar Jahren im Ausland war aber klar, dass was Neues ansteht. Seitdem genieße ich die Ruhe hier. Ich mag die Geschichte von Frohnau und seine Architektur. Gibt es was Schöneres, als durch Frohnau zu spazieren und tolle Häuser anzusehen?
Und was vermisst Du hier, was nervt?
Manchmal fehlt mir das gemeinschaftliche Leben im Zentrum, da geht noch mehr. Und wenn die Baustellen schneller beendet würden und die S-Bahn verlässlich fahren würde, wäre ich nicht genervt von Frohnau.
Let’s party….. welche Musik magst du jetzt in deinen Mitvierzigern?
Bei uns läuft immer Musik zu Hause. Ich setze mich selten durch gegen meine Partnerin und meine Töchter. Wenn doch, dann ist meine Wahl meist soulig oder funky. Wenn ich einen Rappel kriege, spiele ich alte Heavy Metal-Songs aus meinen Teenager-Jahren. Ich kann wohl so ziemlich jedes Metallica-Solo mitjaulen.
Welches Schlüsselerlebnis hat dich dazu gebracht in die SPD einzutreten?
Es gab nicht den einen Moment aber es gibt den einen Grund: Verteilungs-gerechtigkeit. Wir haben in Deutschland eine völlig absurde Ungleichverteilung von Vermögen. Das gefährdet unsere Gesellschaft.
Hast du auch mal richtig gearbeitet?
Ich habe in Agenturen, Unternehmen und Behörden gearbeitet. Ich war freiberuflich tätig, habe an der Uni und bei Zeitungen gejobbt. Richtig politisch ist es erst mit meinem jetzigen Job als Stabsleiter der Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger geworden.
Was braucht jemand, der im Land Berlin für Berlin Politik machen will?
Wer in der Berliner Politik gut sein möchte, braucht ein dickes Fell, Hart-näckigkeit, die Fähigkeit, Themen auch im Detail durchdringen zu können – und ein Gespür für die Sensibilitäten des Berliner Politikbetriebs.
