Frohnau hat in seinen über 100 Jahren Geschichte seinen Charakter bewahrt und sich doch stetig weiterentwickelt. Ein gelungener Spagat, der auch in der Zukunft gelingen muss, soll es hier lebenswert bleiben.
Frohnau ist ein Stadtteil mit Charme – Gartenstadt, Ruhe, Kultur. Doch wer glaubt, man könne diesen Ort einfach konservieren, irrt. Stillstand würde Frohnau zu einem Freilichtmuseum machen, das an den Bedürfnissen der Menschen vorbeigeht. Online-Handel und Home Office haben längst die Spielregeln verändert: Einkaufsstraßen verlieren ihre Funktion, Begegnungsräume verschwinden. Wer das ignoriert, riskiert Verödung. Gerade deshalb braucht Frohnau mutige, aber behutsame Schritte: Ein Wochenmarkt auf einem unserer Zierplätze wäre ein Signal: hier kann man sich treffen.
Es ist richtig und wichtig, dass die Stadtteilbibliothek muss aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Sie muss zu einem offenen Zentrum für Begegnungen werden. Musik ist Teil vieler Frohnauer Leben – gebt den Jugendlichen dafür Proberäume, nicht nur in der Teestube der Kirche! Und warum sollte Frohnau nicht für sich als Ausgangspunkt für Fahrradtouren ins Umland werben und Touristen locken? Auch beim Verkehr müssen wir weiterdenken. Die Brücke, zugeparkt mit Autos, ist ein Sinnbild für verpasste Chancen. Wer hier sichere Schutzstreifen für Radelnde schafft, schützt Kinder und macht die Brücke schöner.
Frohnau bleibt nur lebenswert, wenn es Wandel zulässt. Wer die Trends der Gegenwart ignoriert, verliert die Zukunft.
